NASA/DLR Design Challenge 2019

Jury und Teams der NASA-DLR Design Challenge 2018/2019
Team der Uni Stuttgart
HyBird - das Gewinnerkonzept aus Stuttgart

Auch dieses Jahr stellten sich die Studierenden hohen Anforderungen der Jury an die Leistungsfähigkeit ihrer Entwürfe: Ihre Flugzeugkonfigurationen sollten auf sehr kurzen Start- und Landebahnen einsetzbar sein und gleichzeitig eine akzeptable Reisegeschwindigkeit aufweisen. Neue Technologien aus den verschiedensten Disziplinen waren in die Entwürfe zu integrieren, einschließlich einer Prüfung von Konzepten, die kurzfristige Nutzungswechsel vom Passagier- hin zum Frachttransport ermöglichen. Dabei wurde auch die Frage untersucht, ob eine Symbiose von Passagierflügen mit Piloten und automatisierten, unbemannten Frachtflügen die Attraktivität derartiger Flugzeuge für die betreibenden Fluglinien steigern kann.

Fünf Teams bestehend aus insgesamt etwa 40 Studentinnen und Studenten haben innovative Entwürfe eingereicht. Das Kick-off-Meeting fand am 12. April 2019 im DLR in Braunschweig statt, einschließlich einer Einführung in die Aufgabenstellung und einer Besichtigung des Standorts. Die deutsche Fachjury, der neben DLR-Luftfahrtvorstand Henke die Direktoren verschiedener DLR-Luftfahrtinstitute angehörten, hat das Gewinnerteam nach den abschließenden Präsentationen am 1. August 2019 am ZAL in Hamburg gekürt. Die Sieger werden im September 2019 zur NASA in die USA reisen und dort neben dem amerikanischen Gewinnerteam ihren Designvorschlag im Rahmen eines Symposiums vor Luftfahrtexperten präsentieren.

DLR-Luftfahrtvorstand Henke rief die NASA/DLR Design Challenge zusammen mit NASA-Luftfahrtadministrator Dr. Jaiwon Shin ins Leben. Der Wettbewerb 2018/2019 fand zum insgesamt dritten Mal statt. Jedes Jahr bietet er Studierenden technischer Hochschulen in Deutschland und den USA die Möglichkeit, an realen und aktuell noch offenen Fragen der modernen Luftfahrt zu arbeiten.

 

Die Gewinner

  • Die Studierenden der Universität Stuttgart überzeugten mit Ihrem Entwurf HyBird die Jury aus Experten der DLR-Luftfahrtforschung um DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke.
  • Aufgabe der NASA/DLR Design Challenge war es, Konzepte für kleine, flexibel einsetzbare und umweltschonende Flugzeuge zu entwerfen, mit denen abgelegene Regionen der Erde an die großen Metropolen angebunden werden können.
  • Schwerpunkte: Luftfahrt, unbemanntes und elektrisches Fliegen, Urbanisierung, DLR-Nachwuchsförderung

Von den durchweg hochwertigen Einreichungen überzeugte die DLR-Jury das Konzept der Universität Stuttgart am meisten. Mit ihrer fundierten Marktanalyse, der Erfüllung aller Auslegungskriterien, einer geschickten Kombination von Technologien und der kreativen Konfiguration des HyBird hatte das Team die entscheidende Nasenlänge voraus: Sie entwarfen einen Schulterflügler mit jeweils einem großen Propeller an den Flügelspitzen (Wing-Tip-Propeller) sowie an den Enden des V-Leitwerks. Die Wahl eines Hybrid-Antriebsystems mit zwei Turbinen zur Energieerzeugung und mit Abschaltmöglichkeit eines Systems im Reiseflug wertete die Jury als sehr innovativen Ansatz zur Energieeffizienz. Insbesondere bei Reisegeschwindigkeit ließe sich so ein niedriger Verbrauch realisieren. Ein "Batterie-Boost" bis 180 Kilowatt Leistung ermöglicht den vollelektrischen Start. Mit der Position und Größe der Antriebe reduzierten die Studierenden zudem die Lärmemissionen. Die plausible Berechnung Betriebskosten und das Konzept für die Umrüstung von Passagier- auf Frachtbetrieb rundeten das positive Gesamtbild ab.

Auf dem zweiten Platz folgte das Team der RWTH Aachen mit dem Entwurf aDEPt. Den dritten Platz belegten die Teams der TU Berlin mit dem Entwurf MIRUS, TU Dresden mit dem Entwurf Xargo und TU Hamburg mit dem Entwurf rAPID, die ebenfalls starke Entwürfe mit zahlreichen Innovationen, fundierten Berechnungen und Analysen und neuen Ideen einreichten. Besondere Highlights waren in diesem Jahr die kurzen Videos, mit denen die Teams ihre Konzepte medial ergänzt haben. Die Qualität der Darstellungen der Entwürfe beeindruckte die Jury. Ausdrücklich von der Jury gelobt wurden die TU Berlin und die TU Hamburg für ihre eindrucksvollen Videos und Präsentationen.

Weitere Informationen

Die Vorträge der erfolgreichen Teams finden statt am Montag, 30. September 2019, von 16:50-18:30 Uhr im Raum Titanium.